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Nachdem es Ende Mai von jetzt auf gleich richtig warm geworden ist, geht es mit der Kräuterernte und Wildsammlung Schlag auf Schlag. Die Kräuter blühen zwar auch bei niedrigeren Temperaturen, bilden dann aber wenig bis kein Öl. Wir gehen dann schon 1-2 Mal im Vorfeld unsere Sammelplätze ab, um zu sehen, wie weit die Kräuter sind. Die hohen Temperaturen und der beständige Wind beschleunigen das Abtrocknen, so dass der beste Zeitpunkt auch schnell vorbei sein kann. Gerade bei der Immortelle habe ich immer Schwierigkeiten, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Der Ölgehalt unserer Immortelle ist schon eher niedrig, sind sie zu trocken, gewinnt man so gut wie kein ätherisches Öl mehr. Als Entschädigung bekommt man aber auf jeden Fall das wunderbare Immortellenhydrolat.

Nach der Destillation der Immortelle ging es weiter mit der Wildsammlungen des Macchia-Thymian (Thymus mastichina). Mit seinen puscheligen, hellen Blüten ist er auf den Wiesen gut zu erkennen. Es ist aber ein echter (teilweise recht stacheliger) Zick-Zack-Lauf, um die besten Pflanzen zu ernten. Es ist mir auch schon passiert, dass ich im "Abgrasen" leicht die Orientierung verloren habe und dachte, ich finde meine Erntekübel nicht mehr - sie standen gut versteckt im Schatten. 

Auch der Lavendel stand schon seit einiger Zeit in Blüte, nun musste er seine Blütenpracht hergeben. Lange Zeit habe ich viele Ausfälle zu verkraften gehabt. Aber nun sieht es so aus, dass ich das passende Saatgut für unseren Boden und unser Klima gefunden habe. Die Lavendel, die ich im letzten Jahr gepflanzt habe, haben sich gut entwickelt und schöne Blüten gebildet. Schon bei der Ernte steigt einem das wunderbare Aroma in die Nase!

Mitte Mai gab es eine unschöne Überraschung, die Wildschweine haben uns besucht und ordentlich in den neu gepflanzten Reihen des Griechischem Bergtees und Lavendels gewühlt. Leider kamen sie noch ein zweites Mal vorbei, nachdem wir die Reihen mühsam wieder hergestellt hatten. Lavendel scheint ihnen nicht so besonders zu schmecken, diesmal waren nur wenige Pflanzen rausgerissen. Nun ziehen wir hier unten auch noch einen Zaun ums Gelände, sonst ist das Risiko einfach zu hoch.